Wir wollen keine Nazis in unserer Stadt

Wir wollen keine Nazis in unserer Stadt: das werden am 31. August 2013, einen Tag vor dem diesjährigen Antikriegstag, zahlreiche Organisationen und engagierte Bürgerinnen und Bürger bei Veranstaltungen und Aktionen in der ganzen Stadt deutlich machen.

„Dortmund wird sich am kommenden Samstag – und wenn notwendig eine Woche später noch einmal – den von den Nazis angemeldeten Umzügen kraftvoll entgegen stellen. Die breite demokratische Protestbewegung wartet derzeit darauf, dass die Routen der rechtsextremen Aufzüge bekannt gegeben werden, um auch die eigenen Planungen abschließen zu können. Aber wo auch immer – wir werden die Nazis stellen und ihnen zeigen, dass der menschenverachtende Rechtsextremismus in unserer Stadt nichts zu suchen hat. Stadt und Bürgerschaft müssen immer wieder von neuem zeigen: Dortmund ist eine Stadt der Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, betont Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Sierau gehört zu den Erstunterzeichnern des diesjährigen Aufrufs des Bündnisses ‚Dortmund nazifrei’. Darin heißt es unter anderem: „Als Demokratinnen und Demokraten sehen wir uns in der Pflicht, diesen Aufmarsch (der Partei ‚Die Rechte’) entschlossen zu verhindern und den Nazi-Horden den Weg friedlich zu blockieren. Dabei verzichten wir ausdrücklich auf gewaltsame Aktionen jeder Art gegen Menschen
und Sachen. Wir wollen friedlich für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt eintreten und verhindern, dass Nazis ihren Rassismus und ihre menschenverachtende Ideologie auf unseren Straßen artikulieren können.“ Dem Bündnis gehören zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, aus der Wirtschaft, der Kultur, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbänden an.

Ebenso ruft der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechts dazu auf, friedliche Demonstrationen gegen den rechten Aufmarsch am kommenden Samstag zu unterstützen: „Dortmund ist unsere Stadt. Es ist die Stadt der hier lebenden Zivilgesellschaft und ihrer Institutionen. Dortmund ist, trotz immer wiederholter Parolen, nicht die Stadt von Nazis und anderen Ewiggestrigen. Deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger auf, … den Feinden unserer freiheitlichen, demokratischen Ordnung deutlich und in großer Zahl zu zeigen, dass wir sie und ihre unmenschlichen Parolen, dass wir Hass und Gewalt in unserer Stadt nicht dulden.“ Dem Arbeitskreis gehören Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbände, Bildungseinrichtungen, Sozialverbände und Kirchen an.

Politik und Unterhaltung: Friedensfestival am Katharinentor

Bereits am Montag, dem 26. August 2013, startete am Katharinentor wieder das fünftägige Friedensfestival Dortmund, das der DGB und seine Gewerkschaften, unterstützt durch die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, veranstalten. Zum dritten Mal bestreiten Akteure von A wie AWO bis Z wie Zwickau ein politisches und zugleich unterhaltsames Programm. An den einzelnen Veranstaltungstagen stehen Themen wie “Rechtsextremismus”, “Fremdenfeindlichkeit” oder “Rechte Gewalt” im Focus, ohne dass der fröhliche, bunte Aspekt zu kurz kommt.

Zum vierten Mal Friedensfest auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz

Unter dem Motto „Für Dortmund. Gegen Nazis.“ findet am Samstag, dem 31. August 2013, zum vierten Mal in Folge das große Friedensfest auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz statt. Die Stadt Dortmund setzt damit bewusst einen starken Schlusspunkt hinter die zahlreichen Protestaktionen des Tages. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Rechtsextreme allerdings haben keinen Zutritt. Das regelt eine „Hausordnung“.

Gegen 19 Uhr eröffnen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und weitere Gäste in einer Talkrunde das Friedensfest offiziell. Durch das Programm führt Klaus Lenser, der seit Jahren auch die Gedenkfeier an der Bittermark moderiert.

Bis etwa 22.30 Uhr gibt es Musik unterschiedlicher Stilrichtungen.  Muted Noise (ca. 17.30 Uhr), der Jugendkonzertchor der Chorakademie (ca. 18.10 Uhr), das Duo Soleil Levant (ca. 18.30 Uhr), die Gruppen Le Bonbolong (ca. 19.35 Uhr) und Double Crush Syndrome (ca. 21 Uhr) versprechen ein abwechselungsreiches Programm.

Ein besonderer Leckerbissen ist der Auftritt der ‚Dortmunder Musiker gegen Rechts’ kurz nach 20 Uhr. Viele bekannte und unbekannte Bands, Sänger und Musiker engagieren sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Gemeinsam zeigen sie, dass Rassismus und rechtsextremen Ideologien kein Raum gegeben werden darf. 
Bei dem Projekt wirkten in den letzten beiden Jahren rund 30 Künstler mit und es werden immer mehr. Sie alle wollen ein Zeichen für mehr Toleranz und Demokratie setzen und mit ihrem Engagement zum Nachdenken anregen.

Start des Friedensfestes ist bereits um 17 Uhr: Dann bittet Moderator Klaus Lenser Vertreter aus der örtlichen Politik und der Vereinsszene zur ‚Dorstfelder Stunde’ auf die Bühne. Bis 17.30 Uhr präsentieren Dorstfelder Vereine Auszüge ihres Programmangebotes. Die Runden Tische gegen Rechts von Dorstfeld und Huckarde vollziehen den Schulterschluss zwischen den Stadtteilen.

Gegen Durst und Hunger bieten ortsansässige Gastronomen Speisen und Getränke an. Für das Fest gilt eine Veranstaltungsordnung.

Für die Anreise zur Veranstaltung empfehlen sich öffentliche Verkehrsmittel. Die Wittener Straße ist bereits ab 7 Uhr zwischen Dorstfelder Hellweg und Sachsenwaldstraße gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert. Die Buslinien 447, 465 und 466 werden im Bereich der Wittener Straße umgeleitet. Neue Haltestellen sind ausgeschildert.

Die Kosten des Friedensfestes betragen rund 30.000 Euro. Sie werden zu über 60 Prozent durch Sponsoren getragen, die zum Teil  Geldleistungen, zum Teil Sachleistungen erbringen.

Dortmund kämpft das ganze Jahr gegen Rechtsextremismus

Das Friedensfest in Dorstfeld und die zahlreichen anderen Veranstaltungen rund um den 1. September sind nur eine Facette des gewaltfreien Kampfes gegen Rechtsextremismus in unserer Stadt. Dortmund setzt sich ganzjährig und in vielfältiger Weise mit Rechtsextremismus, auch im alltäglichen Leben, auseinander. Dabei ist Dortmund gut vernetzt, sowohl innerhalb der Zivilgesellschaft als auch mit der Stadt Dortmund, der Polizei und einzelnen engagierten Dortmunder Bürgerinnen und Bürgern.

Hier einige Beispiele von Aktivitäten des laufenden Jahres:

Die Arbeit der Beratungsstelle „Back UP“ konnte für dieses Jahr finanziell abgesichert werden, so dass für die Opfer rechtsextremer Gewalt auch weiterhin eine kompetente Anlaufstelle besteht.

Gemeinsam mit vielen Akteuren aus den umliegenden Städten und westfälischen Regionen wurde im Juni dieses Jahres der westfälische Verein „Back UP – Come Back“ zur offensiven Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Zum Vorsitzenden wurde der Dortmunder Sonderbeauftragte für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, Hartmut Anders-Hoepgen, gewählt.

In Dortmund-Dorstfeld selbst hat sich die Bevölkerung breit gegen den Rechtsextremismus positioniert. Mit der 2. Dorstfelder Festwoche „Wir sind Dorstfeld – tolerant und demokratisch“ in der Zeit vom 14. bis 23. Juni wurde dies auch deutlich öffentlich dokumentiert.

Unterstützend für den Stadtteil haben mittlerweile bereits drei sehr gut besuchte Bürgerdialoge stattgefunden. Ein Entwicklungskonzept für den Stadtteil ist gerade durch den Verwaltungsvorstand gegangen und liegt nun den Gremien zur Entscheidung vor.

Die Partei „Die Rechte“ beabsichtigt in Huckarde ein Parteibüro zu eröffnen. Die Huckarder Bevölkerung, der Runde Tisch gegen Rechts und das Bündnis Huckarde gegen Rechts haben sehr eindrucksvoll und kontinuierlich seit Ende letzten Jahres deutlich gemacht, dass auch ihr Stadtteil keinen Platz für Rechtsextremismus hat.

Die Koordinierungstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie unterstützt – auch finanziell – vielfältige Projekte, Initiativen und Aktivitäten der Stadtgesellschaft mit einem besonderen Schwerpunkt bei Jugendlichen. Hierfür hat der Rat der Stadt Dortmund die Koordinierungsstelle mit einem jährlichen Budget in Höhe von 200.000 Euro ausgestattet. Darüber hinaus nimmt Dortmund am Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend teil. Hierdurch stehen zusätzliche Mittel zur Verfügung.