Einen “armen Hund” aus dem Urlaub nach Hause mitnehmen?

Sommerzeit ist Reisezeit –so mancher Urlauber möchte gern den netten Hund oder die zutrauliche, aber abgemagerte Katze aus dem meist südlichen Urlaubsland einfach mitnehmen. Doch ist in jedem Fall Vorsicht geboten. Wegen fehlender Papiere endet die Reise des neuen “Familienmitglieds“ oft am Einreiseflughafen in Deutschland.

Der Auslandshandel mit Tieren ist qua Gesetz „erlaubnispflichtig“. Neben kommerziellen Gesichtspunkten ist einer der Gründe dafür die Gefahr, dass Katzen und Hunde aus Südeuropa, den Subtropen und Tropen gefährliche Krankheiten einschleppen können. Dazu zählen z.B. die tödlich verlaufende Tollwut oder Infektionen mit gefährlichen Parasiten, die neben Hunden und Katzen auch den Menschen befallen können und ebenfalls zum Tod führen können. Als „Flugpaten“ angeworben tragen Urlauber dazu bei, diese gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen. Doch den betroffenen Hunden oder Katzen fehlen meist der Impfschutz und die entsprechenden Papiere, die Impfschutz oder Gesundheit belegen. Für die Folgen haftet der „Flugpate“.

Dr. Heinrich Bottermann, Präsident des LANUV und selbst Tierarzt: „Kann bei der Einreise eines Haustiers z.B. kein wirksamer Tollwutimpfschutz nachgewiesen werden, sind die verantwortlichen Tierärzte am Flughafen gezwungen die Tiere in Gewahrsam zu nehmen und schlimmstenfalls mehrere Monate unter Quarantäne zu stellen.“

Die Quarantäne, die in speziell geeigneten Tierheimen durchgeführt werden muss, bedeutet für das betroffene Tier über einen langen Zeitraum Isolation. Wer also ein Tier aus dem Ausland nach Deutschland mitnehmen möchte, sollte sich unbedingt vorher darüber informieren, ob alle Bestimmungen zur Einreise erfüllt sind. Nur so können böse Überraschungen vermieden werden. Sind diese Informationen zu vage, unkonkret oder fehlen sie ganz, sollte das Tier dort wo es ist belassen werden– so schwer das im Einzelfall gerade für Kinder auch sein mag. Denn der Flugpate ist für die Einfuhr verantwortlich und muss für die evtl. Folgekosten der Unterbringung in Quarantäne aufkommen.

Übrigens: Auch in deutschen Tierheimen warten viele Hunde und Katzen dringend auf ein neues Zuhause! Diese Tiere sind bereits geimpft, gekennzeichnet, in der Regel kastriert und übertragen keine Parasiten.